Schmerzen im Gesäßbereich, oft in ein Bein ausstrahlend, gehören im Rahmen der Anamnese zu den häufig geäußerten Symptomen. Eine Verdachtsdiagnose könnte das Piriformis-Syndrom sein. Doch wie lässt sich der M. piriformis als Ursache zweifelsfrei identifizieren? Gibt es valide und reliable Tests? Dieser Beitrag liefert Antworten.

Diagnose nach dem Ausschlussprinzip

Der Piriformismuskel wird in den USA bei sechs bis acht Prozent der jährlichen Fälle von Lendenwirbelsäulen(LWS)-Schmerzen und Ischias-Syndrom als Ursache genannt (1). Bei einer jährlichen Inzidenz von 40.000 Patienten mit Ischias-Syndrom und / oder LWS-Schmerzen entspräche dies 2.400 Patienten mit einem Piriformis-Syndrom (2). Dessen unpräzise Symptome und der Mangel an validen diagnostischen Tests führt primär zu einer Diagnose nach dem Ausschlussprinzip (3). In der Literatur wird die Validität von aktiven und passiven Längentests bei Piriformis-Syndrom kontrovers diskutiert (4–7); es gibt keinen Goldstandard (7). Deshalb können Physiotherapeuten und Ärzte oft nur schwer einschätzen, welcher Test valide genug ist, um das Syndrom zu diagnostizieren, damit erfolgreich und differenziert behandelt werden kann (8).