Eine 71-jährige Frau wird wegen eines Sturzes ins Krankenhaus eingeliefert. Es stellt sich heraus, dass sie im letzten Monat bereits zweimal gestürzt ist. Die behandelnde Physiotherapeutin möchte das Sturzrisiko bestimmen. Sie hat gelesen, dass ein einzelner Test zur Beurteilung des Sturzrisikos nicht genügt. Welche Assessments sind noch notwendig und sinnvoll?

Wiederholte Stürze im Alter haben meistens multifaktorielle Ursachen (1). Ein einzelner Test genügt nicht, um das Sturzrisiko zu bestimmen (2–5). Daher wird empfohlen, zusätzlich weitere Risikofaktoren für Stürze zu erheben. Doch welche Faktoren müssen beachtet werden?

Empfehlungen der Leitlinien

Die Leitlinien der amerikanischen und britischen geriatrischen Gesellschaft (1) empfehlen drei Screeningfragen, um ein Sturzrisiko einzuschätzen:

  • Traten zwei oder mehr Stürze in den letzten zwölf Monaten auf?
  • Besteht ein akutes Sturzereignis?
  • Bestehen Schwierigkeiten mit Gehen oder Gleichgewicht?

Wird eine dieser Screeningfragen mit Ja beantwortet, muss ein multifaktorielles Sturzrisikoassessment (Risikofaktoren für Stürze) erhoben werden. Die Leitlinien raten zu folgendem Vorgehen: