Afrikaner gehören zu den weltbesten Sportlern in den Laufdisziplinen. Als eine Ursache hierfür wird angenommen, dass sie besondere anthropometrische Merkmale aufweisen. Ein Forscherteam aus Dänemark (Dr. Dirk Christensen und Dr. Per Aagaard) und Norwegen (Dr. Jens Bojsen-Møller) berichtete deshalb im Rahmen einer Symposiumssitzung über seine Studie zur Sprungkraft der Maasai. Das Volk lebt relativ abgeschieden in verschiedenen Gebieten Kenias und Tansanias. Bei biomechanischen Messungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Maasai verglichen mit Kontrollprobanden (dänische Sportler) köpergewichtskorrigiert gut 20 Prozent höher springen und eine wesentlich explosivere Sprungcharakteristik aufweisen. Trotz geringerer Körpergröße besitzen sie zudem längere und elastischere Achillessehnen. Da diese im Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (und damit beim Counter-Movement- und Drop-Jump) eine entscheidende Rolle spielen, könnte die anatomische Konstruktion die beobachteten Leistungsunterschiede erklären. Die Maasai seien, so das Fazit der Forscher, dank ihrer effektiv energiespeichernden Sehnen wesentlich ökonomischer und aller Voraussicht nach langsamer ermüdbar als andere Sportler.