Der deutsche Physiotherapeut und Sportwissenschaftler Tim Fleiner untersuchte diese Fragestellung in seiner Doktorarbeit mit seiner Forschergruppe in Köln. Speziell ging es um neuropsychiatrische Zeichen und Symptome, wie beispielsweise depressive Stimmung, Aggressivität, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus oder generelle Rastlosigkeit. Zwei Wochen lang übten sie an drei Tagen pro Woche mit Demenz-Patienten in der Akutklinik viermal täglich für 20 Minuten. Die Kontrollgruppe führte wöchentlich 120 Minuten Tischspiele im Rahmen der Ergotherapie durch. Die Übungseffekte wurden in dieser Studie mit dem Alzheimer’s Disease Cooperative Study-Clinical Global Impression of Change, dem Neuropsychiatric Inventory und dem Cohen-Mansfield Agitation Inventory erfasst. Begleitmedikamente waren Olanzapin- und Diazepam-Äquivalente mit beruhigender und antipsychotischer Wirkung. Von 85 Patienten (durchschnittlich 80 Jahre alt, 33 Frauen, durchschnittlicher Punktwert im Mini-Mental-State-Test 18,3) beendeten 70 die Studie, da einige bereits früher entlassen worden waren. Die 35 Patienten der Übungsgruppe hatten nach zwei Wochen weniger Symptome, vor allem Rastlosigkeit und Labilität nahmen ab. Die Medikation zeigte keinen zusätzlichen Einfluss. Die Autoren schlussfolgern, dass dieses leicht integrierbare Trainingsprogramm im Klinikalltag die neuropsychiatrischen Symptome von Demenz-Patienten reduzieren kann.