Der Name des Tests ist ungewöhnlich: Hieß der Erfinder «Eimer» oder handelt es sich um einen Test mit einem simplen Eimer? In diesem Fall wird die subjektive visuelle Vertikale von Patienten mit peripher oder zentralvestibulären Läsionen tatsächlich mit einem Eimer ermittelt. 

Subjektive Vertikalen

Die subjektive visuelle Vertikale (SVV) beschreibt, wie jemand das visuelle Bild wahrnimmt, gemessen an der Schwerkraftlinie. Die subjektive posturale Vertikale (SPV) stellt die selbst wahrgenommene Vertikale des Körpers im Schwerkraftfeld dar.

Bei einer Pusher-Symptomatik ist die SPV beeinträchtigt und durchschnittlich 18 Grad zur besseren Seite gekippt (1). Die SVV ist dabei nicht beeinträchtigt (nur 0,9 Grad Kippung). Als Grund wird eine Schädigung des posterolateralen Thalamus angenommen (2). Bei einem einseitigen vestibulären Ausfall ist hingegen die SVV zur betroffenen Seite gekippt (3–5). Als Grund wird eine Augentorsion vermutet (5, 6), welche durch die Schädigung des Innenohrs verursacht wird. Die Messung der SVV wird auch als Screening für eine Beteiligung des Utrikulus empfohlen (7, 8). Die Verkippung der SVV kann jedoch auch durch eine Hirnstammläsion entstehen (6).