Nur selten war das gesellschaftliche Interesse an der Stärkung des Immunsystems so groß wie heute. Nachdem das Robert-Koch-Institut die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zur Pandemie erklärte, hat sich das öffentliche Leben und damit der Alltag vieler Menschen stark geändert. Obwohl bereits die Generation unserer Großeltern vom gesundheitsförderlichen Einfluss regelmäßiger Bewegung wusste, wird dem Sport als Strategie zur Stärkung des Immunsystems verhältnismäßig wenig Beachtung geschenkt.

 

Positive Effekte 

Mittlerweile gibt es ausreichend Evidenz, die den positiven präventiven und rehabilitativen Effekt körperlicher Aktivität und regelmäßiger sportlicher Betätigung bei gesunden Menschen und klinischen Populationen belegt. Insbesondere mit Blick auf die Entstehung und den Progress vieler metabolischer, neurologischer und kardiovaskulärer Erkrankungen (1). Ein relevanter Anteil dieser positiven Effekte wird sportbedingten Veränderungen des Immunsystems zugesprochen (2). Im Zuge des Zeitgewinns (oder der zunehmenden Langeweile?) aufgrund der abnehmenden Möglichkeiten für gesellschaftliche Aktivitäten, des vermehrten Arbeitens von zuhause aus und Kurzzeitarbeit bietet sich für viele die Gelegenheit, Sport in den Alltag zu integrieren und den immunstärkenden Effekt für sich zu nutzen. Zudem gab es kürzlich auf der Website der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „British Journal of Sports Medicine‎“ die ausdrückliche Empfehlung, gerade jetzt, in Zeiten einer durch Viren ausgelösten Pandemie, (weiterhin) Sport zu treiben, um das Immunsystem zu stärken.