Sich um kranke Mitarbeiter zu kümmern, gehört sicherlich nicht zu den primären Aufgaben eines Unternehmens, Angebote zur Gesundheitsförderung sind freiwillig. Trotzdem erkennen immer mehr Firmen die Chancen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und bauen ein solches System auf – auch wenn der erwartete Nutzen aufgrund unzureichender Qualität in der Vorgehensweise und Maßnahmenumsetzung oftmals nicht erreicht wird.

Ein Obstkorb macht noch kein BGM

In der Vergangenheit dominierten eher unspezifische Angebote wie die Bereitstellung eines Obstkorbes, die Durchführung eines jährlichen Gesundheitstages sowie klassische Präventionskurse zu den Themen Rückengesundheit, Ernährung oder Entspannung. Der erwartete Nutzen, beispielsweise die Senkung krankheitsbedingter Fehlzeiten, blieb aus – deshalb betrachten Unternehmer die Gesundheitsförderung oft lediglich als „nice to have“. Die Wirksamkeit galt unter Experten als umstritten. Zugleich stiegen die Herausforderungen mit Gesundheitsbezug: zu hohe Krankenstände und die Sorge um den Erhalt der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente, aber auch die veränderten Arbeitsformen der Arbeitswelt 4.0 und die zugleich veränderten Wertevorstellungen der Generationen Y und Z.