Das Thema Fachkräftemangel reißt nicht ab: Es gibt mehr offene Stellen als arbeitsuchende Therapeuten – Tendenz steigend. Die Gründe sind vielschichtig, nicht unerheblich ist auch die Auswanderung von Kollegen ins europäische Ausland. Hier liegen deutsche Physiotherapeuten bedauerlicherweise weit vorn.

Ein Beitrag von Stephan Kirchner und Änne Kirchner

Berufsemigration Schmuckbild
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Engpassberuf

Ein Bericht der Bundesagentur für Arbeit zeigte kürzlich, dass in weiten Teilen Deutschlands der Beruf des Physiotherapeuten als Engpassberuf gilt. Die berufsspezifische Arbeitslosigkeit wird auf ein Prozent beziffert. Jedem arbeitsuchenden Physiotherapeuten stehen statistisch gesehen drei Jobangebote offen, sodass ausgeschriebene Stellen mit durchschnittlich 144 Tagen immer länger unbesetzt bleiben (1). Die Ursachen des Fachkräftemangels sind vielfältig und werden seit Jahren innerhalb und außerhalb der Berufsgruppe diskutiert. Neben sinkenden Absolventenzahlen, dem großen Anteil von Teilzeitverträgen (2), der sinkenden Verweildauer im Beruf und Abwanderung der Arbeitnehmer in andere Branchen (3, 4) ist die Emigration von Physiotherapeuten ins europäische Ausland ein weiterer Faktor, dem hier besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden soll.