In der Physiotherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, Patienten zu untersuchen. Mit neurodynamischen Tests lässt sich die mechanosensitive Mobilität der Nerven überprüfen. Für die obere Extremität werden dabei der N. medianus, radialis und ulnaris von der Nervenwurzel bis zur Peripherie in den Fingern untersucht. Doch was sagt eine sensorische Antwort oder eine unterschiedliche Reaktion im Seitenvergleich überhaupt aus?

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Neurodynamische Tests

Bereits in den 1980er-Jahren wurden die neurodynamischen Tests von Butler und Elvey (1, 2) beschrieben. Die Assessments überprüfen die mechanosensitive Veränderungsfähigkeit des neuralen Gewebes durch das Bewegen von Gliedmaßen (3). Für die obere Extremität gibt es die Upper-Limb-Neurodynamic-Tests (ULNT): Dabei erfährt das neurale Gewebe von der Nervenwurzel bis zum peripheren Armnerv einen mechanischen Stress (4). Der ULNT 1 testet insbesondere den N. medianus und stellt den neurodynamischen Grundtest für die obere Extremität dar; derselbe Nerv wird auch mit dem ULNT 2a untersucht. ULNT 2b und 3 haben den N. radialis und ulnaris im Fokus (5). Neben den Grundtests gibt es Variationen im Aufbau: Es können sensitisierende Bewegungen, also zusätzliche Bewegungen der Gliedmaßen oder der Wirbelsäule, ergänzt werden (1, 6). Ob die Reihenfolge tatsächlich die Belastung des Nervs widerspiegelt, ist diskutabel – eine Änderung im Testaufbau kann zu einer veränderten sensorischen Antwort oder zu einem anderen Widerstand führen (4).