Im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes an der Northeastern University in Boston, Massachusetts, nahm die Autorin an einem sogenannten Special-Interest-Group-Treffen der Sektionen Pädiatrie und Neurologie der American Physical Therapy Association (APTA) teil. Das Ziel dieser Veranstaltung ist insbesondere die Verbreitung neuer Erkenntnisse. Und die Experten sind sich einig: Therapeuten in der Neuroreha müssen sich mit der Vorstellung auseinandersetzen, dass sie sich in der Vergangenheit möglicherweise geirrt haben.

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Es liegt noch viel Arbeit vor uns

Hinter dem Begriff Neurorehabilitation verbirgt sich ein komplexer medizinischer, kognitiver und psychologischer Prozess. Ziel ist die Unterstützung der Genesung von einer Verletzung des Nervensystems. Darüber hinaus müssen die Betroffenen lernen, funktionelle Veränderungen zu minimieren oder zu kompensieren. Ein Blick in die bekannten wissenschaftlichen Datenbanken genügt und es wird sichtbar, wie weit wir bisher mit den Bemühungen gekommen sind, Evidenz für die Grundlage unserer neurologischen Physiotherapie-Praxis zu liefern: Die Anzahl an Artikeln ist zwar hoch, es gibt jedoch eine starke Diversität im Hinblick auf Zielgruppen, Studiendesigns, Interventionen und Messparameter. Fakt ist: Es liegt noch viel Arbeit vor uns, da es in der Neurorehabilitation nur wenige Bereiche gibt, in denen die Evidenz den höchsten Stand erreicht hat. In den USA werden bereits seit 1966 die sogenannten STEP-Konferenzen veranstaltet (Tab. 1), welche die Professionsentwicklung der amerikanischen Kollegen prägen und richtungsweisende Empfehlungen für die (weltweite) Ausbildung zur Folge haben. Der Fokus der IV-STEP-Konferenz lag auf den „4 Ps“ der Zukunft (1–3).