Politik
pt Juni 2019

Diskutierst du noch?

Oder verkammerst du dich schon?

Ein Wort wird seit einiger Zeit auf berufspolitischen Veranstaltungen geraunt: Therapeutenkammer. Eine Kammer, das klingt gut, professionell und wichtig. Was traditionelle Berufe wie Ärzte, Architekten oder Apotheker haben, kann doch nicht schlecht sein – oder? Wie konkret ist die Diskussion eigentlich? Haben wir schon bald eine Kammer? Eine Standortbestimmung.

Ein Beitrag von Jörg Stanko
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Wir sind Bewegung

Wenn wir Physiotherapeuten im Jahr 2018 etwas gelernt haben, dann doch, dass wir nur genug trommeln, mit Fahrrädern nach Berlin fahren und hartnäckig Hashtags unter Posts setzen müssen, dann werden wir irgendwann vom Bundesgesundheitsminister an einen Tisch geladen und es gibt neue Gesetze. Es werden nicht unbedingt die eingeladen, die am lautesten protestiert haben, aber in Schwung gekommen ist die physiotherapeutische Berufspolitik allemal.

Wir sind dadurch aber auch in einer ganz neuen Rolle: Wir müssen liefern. Wir sollen plötzlich professionelle Berufspolitik können. Es wird nicht mehr danach gefragt, was wir nicht wollen, sondern danach, wie wir uns unsere Zukunft konkret vorstellen. Ein Übungsfeld für viele. Einige der Akteure beherrschen dieses Parkett schon, andere weniger.

Eine Idee ist eine Idee ist eine Idee

In diese Stimmung hinein kultiviert sich die Idee der Therapeutenkammer, eine Sehnsucht nach mehr Selbstbestimmung, größerer Freiheit und Autonomie. Viele aus der „Generation Heilmittelerbringer“, der 40-plus-X-Generation, die sich seit Jahrzehnten (oft vergeblich) um Augenhöhe mit den Ärzten bemüht haben, sind fasziniert von der Idee der Therapeutenkammer. Aber das ist sie zunächst auch nur: eine Idee.

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pt Juni 2019

Erschienen am 11. Juni 2019