[mk] Rund zwei Prozent der deutschen Arbeitnehmer nehmen leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, die von der DAK in Auftrag gegeben wurde. Auf alle Erwerbstätigen hochgerechnet handelt es sich damit um etwa 700.000 Beschäftigte.

Insgesamt wurden mehr als 5.500 Berufstätige von 18 bis 65 Jahren befragt, ob und wie sie ohne medizinische Notwendigkeit zu verschreibungspflichtigen Medikamenten greifen. Die höchste Verbreitung dieses sogenannten pharmakologischen Neuro-Enhancements gibt es bei den 60- bis 65-jährigen Arbeitnehmern. Knapp fünf Prozent von ihnen haben innerhalb der vergangenen Monate mindestens einmal gedopt. Insgesamt steigt die Dopingquote mit dem Alter an: Bei den bis zu 29-Jährigen betreiben 2,5 Prozent mindestens einmal im Jahr Medikamentenmissbrauch für den Job, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 3,2 Prozent.

Laut Befragung dopen die meisten Arbeitnehmer, um berufliche Ziele besser zu erreichen. Jeder zweite Doper gab dies an. Etwa jeder Dritte nennt als Grund, die Arbeit ginge mit den Medikamenten leichter von der Hand. Mehr als jeder vierte dopende Arbeitnehmer greift zur Pille, um nach der Arbeit noch Energie und gute Laune für Privates zu haben.

Andreas Storm, Vorsitzender des Vorstandes der DAK-Gesundheit, kommentiert: „Unsere Analyse zeigt, wie wichtig gesunde Rahmenbedingungen im Job sind. Arbeitsanforderungen dürfen Mitarbeiter nicht dazu verleiten, bessere Ergebnisse mithilfe von Medikamenten erzielen zu wollen.“ Grundsätzlich hätten diese Medikamente laut Experten nur kurzfristige und minimale Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Vielmehr warnen sie vor gesundheitlichen Schäden: Schwindel, Kopfschmerzen, Nervosität und Schlafstörungen seien nicht selten. Auch seien mögliche Langzeitfolgen noch völlig unabsehbar.

Quelle

DAK-Gesundheit. 2020. DAK-Studie: Doping im Job stagniert seit 2014; Letzter Zugriff am 24.2.2020 unter https://www.dak.de/dakonline/live/dak/bundesthemen/hirndoping-2238092.html