So wie der Titan Atlas der griechischen Mythologie nach das Himmelsgewölbe trug, so trägt der erste Halswirbel den Kopf. Viele Therapierichtungen gestehen dem Atlas eine besondere Bedeutung zu. Was ist dran an seiner Schlüsselposition? Unser Autor ist Instruktor für Manuelle Therapie. Er beleuchtet das Thema und schildert ein interessantes Fallbeispiel: eine Fehlstellung des Atlas durch einen zahnärztlichen Eingriff.

Ein Beitrag von Benjamin Bahr

Einführung

Benjamin Bahr

Der Begriff der Atlastherapie wird seit einigen Jahren mit Wunderheilungen, undurchsichtigen, schwer erklärbaren Behandlungsmaßnahmen oder auch spannenden Zusammenhängen assoziiert. Befasst man sich intensiv mit den Behandlungskonzepten, welche von diversen Therapeuten und Veranstaltern angepriesen werden, ist die Auswahl unübersichtlich und könnte unterschiedlicher kaum sein: Von gerätegestützter Therapie über Manipulationstechniken bis hin zu sanftesten Griffen ist alles – scheinbar erfolgversprechend – vertreten. Gerade durch dieses diffuse Durcheinander in Befund und Behandlung wird Atlastherapie meist in ein schlechtes Licht gerückt – vollkommen zu Unrecht.