Die Ergebnisse einer Umfrage unter Physiotherapeuten bringen es an den Tag: Mehr als 50 Prozent sehen in der Anwendung des muskuloskelettalen Ultraschalls (MSU) positive Auswirkungen auf ihre Arbeit mit den Patienten und eine Verbesserung der Therapie. Die moderne Physiotherapie benötigt eine Möglichkeit zur Visualisierung von Strukturen; der MSU ist eine kostengünstige und für den Patienten schonende Methode.

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Wertvoll für Befunderhebung und Therapie

Der MSU ist ein nichtinvasives Verfahren, welches im therapeutischen Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke und andere Weichteilgewebe werden so für den Physiotherapeuten und Patienten in Echtzeit sichtbar (1). Da die Gewebe anhand des MSU visuell nach ihrer Größe und Funktion beurteilt werden können, erhält der Therapeut wichtige Hinweise auf den Zustand der Gewebestrukturen des Patienten (2). Die Anwendungsgebiete des MSU liegen vor allem im Bereich der Befunderhebung und der Therapieverbesserung. Physiotherapeuten können damit unter anderem Schädigungen an Muskeln und Sehnen feststellen, Muskelfaserrisse sichtbar machen sowie Kalkablagerungen im Bereich der Gelenke und Muskelbewegungen erkennen. In der Physiotherapie dient der bildgebende Ultraschall auch dazu, die Muskelgruppen der tiefen Schichten hinsichtlich Kraft und Aktivität zu beurteilen. Der bekannte Physiotherapeut und Neurowissenschaftler Paul Hodges schrieb dazu: „Ultrasound provides a viable tool for measurement of muscle activity, particularly for deep or small muscles, provided that the relationship between activity and the measured parameters is known“ (3). Der MSU kann gut in die Therapie eingebunden werden und sollte nach der Anamnese zum Einsatz kommen. Die Patienten können durch das visuelle Feedback schneller lernen, die physiotherapeutischen Übungen optimal für ihre Beschwerden umzusetzen, wodurch es zu einer Qualitätsverbesserung der Bewegungsgenauigkeit kommt (4). Der Patient sieht dabei, ob er die jeweilige Übung richtig ausführt oder nicht. Durch die Bilder in Echtzeit ist auf Anhieb zu erkennen, ob ein Muskel kontrahiert oder entspannt ist.