Physiotherapeuten sehen sich zunehmend mit technischen Neuerungen für die Rehabilitation konfrontiert – in der Neurologie werden unter anderem Gang- und Armtrainer sowie Laufbänder mit Gewichtsentlastungssystem eingesetzt. Im neurologischen interdisziplinären Behandlungszentrum (NiB) Köln setzt das Team im Rahmen des Gesamttherapiemanagements auch verschiedene technologische Möglichkeiten ein. An zwei Fallbeispielen erläutern die Autoren ihre Vorgehensweise.

Fallbeispiel: Herr G.

Anamnese und Hauptprobleme

Herr G. ist 51 Jahre alt und erlitt im Juni 2015 eine Hirnblutung mit einer spastischen Hemiparese rechts, Aphasie und einem Hemineglect. Sein wichtigstes Ziel: größtmögliche Unabhängigkeit vom Rollstuhl.

Die videogestützte Ganganalyse (Abb. 1) zeigt folgende Hauptprobleme:

  • tonisch bedingte Spitzfußstellung rechts
  • Trendelenburg-Zeichen rechts
  • mangelnde Hüft- und Kniemobilität sowie -stabilität, damit verbunden eine Stand- und Gangunsicherheit
Abb. 1 Die videogestützte Ganganalyse zeigt verschiedene Auffälligkeiten.Fabian Mollard
Abb. 1 Die videogestützte Ganganalyse zeigt verschiedene Auffälligkeiten.

Herr G. trainiert im NiB Köln über einen Zeitraum von vier Wochen dreimal wöchentlich 60 Minuten auf dem robotergestützten Gangtrainer (Lokomat), erhält 60 Minuten Physiotherapie und 45 Minuten Ergotherapie.