Sportler können sie bekommen und auch unsportliche Menschen mit zunehmendem Alter: eine Ruptur der Rotatorenmanschette. Diese kann traumatisch oder degenerativ bedingt sein. Der Empty-Can-Test und der Full-Can-Test sollen insbesondere die Ruptur des Supraspinatus erkennen. Doch sind sie dafür wirklich gut genug? Patrick Hartmann informiert Sie über die Durchführung der Tests und die umfangreiche Studienlage.

Hintergrund

Die Ruptur der Rotatorenmanschette macht etwa 50 Prozent aller Schulterverletzungen aus (1). Sportler kennen die Problematik sehr gut, vor allem Werfer sind häufig betroffen (2). Bei der allgemeinen Bevölkerung nimmt diese Verletzung vor allem mit dem Alter zu und kommt bei 30 bis 50 Prozent aller Menschen über 60 Jahren vor; mit 80 Jahren sind es sogar etwa 80 Prozent.

Eine Rotatorenmanschetten-Ruptur kann völlig symptomfrei sein (3–6) oder mit teils erheblichen Beweglichkeits- und Krafteinschränkungen einhergehen (7). Der Supraspinatus ist hierbei der am häufigsten betroffene Muskel (8). Er besitzt eine komprimierende Funktion im Schultergelenk und sorgt damit, zusammen mit den anderen Muskeln der Rotatorenmanschette, für Stabilität (9). Vor allem in den ersten Graden der Abduktionsbewegung des Armes wirkt er der nach superior gerichteten Kraft des Deltoideus und damit der Translation des Humeruskopfes in die gleiche Richtung entgegen (10). Zudem bewegt er den Arm in Abduktion und Außenrotation (9). In die erstgenannte Richtung wird er vor allem stark durch den mittleren und vorderen Teil des Deltoideus unterstützt (9).