Frau M. leidet seit rund acht Monaten an immer wiederkehrenden Schmerzen, die nach ihren Angaben „ganz tief im Becken sitzen“. Auslösende Faktoren sind ihr nicht bekannt und sie kennt keine Maßnahmen, die Linderung verschaffen. Mittlerweile ist Frau M. auch psychisch beeinträchtigt und fühlt sich nicht belastbar genug für die Anforderungen des Alltags. Ein Fall für Spezialisten aus Gynäkologie, Urologie, Psychosomatik und Physiotherapie.

Der Weg zur ersten Version

Die Prävalenz des chronischen Unterbauchschmerzsyndroms (Chronic Pelvic Pain Syndrome – CPPS) beträgt nach Angaben aus internationalen Publikationen zwischen zwei und 27 Prozent. Betroffen ist, wer mehr als sechs Monate unter konstanten oder intermittierenden Schmerzen in den entsprechenden Regionen leidet. Die Leitlinie zur Therapie des CPPS (siehe Surftipps) empfiehlt eine multimodale Vorgehensweise und weist auch explizit auf die Wichtigkeit von Physiotherapie hin. Im Rahmen der physiotherapeutischen Befunderhebung ist eine zielgerichtete und umfassende Vorgehensweise erforderlich, derzeit existiert jedoch kein einheitliches Assessment in deutscher Sprache. Die Entwicklung eines solchen Instruments für den Einsatz in einer interdisziplinären Spezialsprechstunde war das Ziel eines Forschungsprojekts am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (1).