Politik
pt Januar 2023

Erbsenzählen leicht gemacht

Warum die Aktion #druckaufGKV nötig ist

Früher ging man demonstrieren, um seinen Unmut zu äußern. Neue Formen des Protests haben sich in den letzten Jahren etabliert. Aber zeigen sie auch Wirkung? Heiko Schneider bekam mit seiner "Tour de Spahn" viel Aufmerksamkeit. Auch die Aktion #nichtohnemeinenphysiotherapeuten blieb nicht ohne Wirkung. Der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lud einige der Aktivisten zu einem runden Tisch ein. Jetzt geht es mit #druckaufGKV in die nächste Runde. Moderne Berufspolitik geht viele Wege.

Ein Beitrag von Jörg Stanko
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Christian Thieme / #druckaufGKV

„Partnerschaften“ überall

Ob im Sport, Marketing oder in der Arbeitswelt, heute spricht man gerne von Partnerschaften. Wenn jemand hart arbeitet und jemand anderen dafür bezahlt, ist das eine Partnerschaft. Wenn der Andere nicht zahlt, ist das immer noch eine Partnerschaft.

Wer mit dem Kinofilm „Harry und Sally“ groß geworden ist, weiß, dass Partnerschaft bedeutet, dass sich beide Seiten viel Mühe geben müssen und nach vielen Aufs und Abs gibt es ein Happy End. Wer es eher mit Bud Spencer und Terence Hill hält, weiß, dass Partnerschaft zumindest jede Menge Spaß bedeuten kann.

Bei der „Partnerschaft“ zwischen uns Therapierenden und der GKV trifft das alles schon lange nicht mehr zu. Weder geben sich beide Seiten Mühe (wir tun das schon), noch macht es irgendwie Spaß. Ganz im Gegenteil. Ein Scheidungsrichter würde vermutlich befinden, dass die Ehe schon lange, sehr lange, zerrüttet ist.

Gefühlt werden wir seit Jahrzehnten gegängelt.

Das nennt man auch Willkür

Statt uns sorgfältig und in Ruhe um unsere Patienten und Patientinnen zu kümmern, telefonieren wir stundenlang den Verordner-Praxen hinterher und versuchen, korrekt ausgefüllte Heilmittelverordnungen zu bekommen. Fehlt dann doch mal ein Kreuzchen an der richtigen Stelle, wird großzügig von den Kostenträgern gestrichen oder gar nicht erst bezahlt, obwohl wir unsere Arbeit gemacht haben. Das nennt man auch Willkür.

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