Politik
pt Januar 2022

Evidenzbasierte Leitlinien

Ungenutztes Potenzial für die moderne Physiotherapie

Der Einsatz von Leitlinien hat viele Vorteile, dazu gehören eine bessere Patientenversorgung sowie die Optimierung des Berufsfeldes und der multidisziplinären Zusammenarbeit. Der individuelle Wert von Physiotherapie würde steigen, die Zukunftsbedingungen wären attraktiver. Diese Zielsetzung ist komplex, daher müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten – so wie dies längst in anderen Ländern der Fall ist.

Ein Beitrag von Andreas Alt und Noah Fassian
Lesezeit: ca. 7 Minuten
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Die wissenschaftliche Entwicklung der Physiotherapie (PT) ist derzeit unübersehbar. So wächst die Anzahl an Studiengangsmöglichkeiten und das Interesse nach evidenzorientierten Arbeitsbereichen in der PT wird auch in Deutschland stetig größer (1). Die Grundlage solcher Anwendungsorientierungen scheint in engem Zusammenhang mit den validierten, klinischen Leitlinien (LL) (engl. Guidelines, GL) zu stehen. Diese ermöglichen einen Schritt auf die nächste Stufe der dringend erwarteten Professionsentwicklung (2). Doch was genau sind solche LL eigentlich?

Klinische LL sind als Navigationssystem für die praktische Planung von Therapiestrategien zu verstehen, die auf wissenschaftlicher Ebene und damit auf dem bestmöglichen und effektivsten Therapieangebot basieren (3).

Die höchste der vier Qualitätsstufen entspricht dabei den sogenannten „S3-Leitlinien“:

  • S1: basierend auf einer Expertengruppe und deren Expertise
  • S2k: basierend auf einer flächendeckenden Übereinstimmung von Expertisen
  • S2e: basierend auf einer gezielten wissenschaftlichen Recherche
  • S3: basierend auf allen Kriterien einer systematischen Entwicklung, welche die Beurteilung der klinischen Relevanz von wissenschaftlichen Studien, Outcome-, Logik- und Entscheidungsanalysen sowie regelmäßige inhaltliche Überprüfungen und Anpassungen erhalten (4)

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Erschienen am 11. Januar 2022