Die Begriffe „Evidenzbasierte Praxis“ oder „evidenzbasiertes Arbeiten“ sind auch in Deutschland in der Physiotherapie angekommen. Viele Physiotherapeuten haben eine Vorstellung davon, was die Begriffe bedeuten – die Umsetzung in das praktische Handeln fällt jedoch häufig schwer. Warum ist das so?

Evidenzbasierte Praxis

Die Evidenzbasierung hat sich in den Gesundheitsberufen zunächst in der Medizin etabliert und dort seit den 1970er-Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Später fand der Begriff auch Eingang in die Pflege und danach in andere Gesundheitsfachberufe wie Ergotherapie und Physiotherapie. Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin definiert evidenzbasierte Medizin folgendermaßen: Sie ist „der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten“ (1). Die externe Evidenz bezieht sich vor allem auf Forschungsergebnisse und Leitlinien, die basierend auf den Ergebnissen entwickelt werden. Evidenzbasiertes Arbeiten oder die Evidenzbasierte Praxis (EBP) ist allerdings mehr als die ausschließliche Betrachtung von Forschungsresultaten – auch wenn ihnen eine besonders hohe Bedeutung zukommt (Abb. 1). Unterschieden werden vier Komponenten, die in das praktische Handeln einbezogen werden sollten: