Senioren und Physiotherapie 3.0? Das klingt zugegebenermaßen exotisch. Die Bezeichnung „3.0“ bedeutet in Anlehnung an den Begriff der Industrie 3.0, dass Technik und IT in die Therapie integriert werden. Senioren ab 70 Jahren sind häufig nicht so technikaffin wie die heranwachsende Generation. Deswegen sind speziell für sie entwickelte Produkte nötig, damit eine sinnvolle Verwendung in der Therapie und zu Hause möglich ist. Die Autorin stellt Ihnen den therapeutischen Einsatz von Exergames bei Senioren vor.

Bert Bostelmann / Seniorenratgeber

Digitales Spielen in Therapie und Training mit Älteren

Körperlich-sportliche Aktivität bringt viele gesundheitliche Vorteile für ältere Menschen mit sich: Die Alltagskompetenz kann erhalten und verbessert werden und somit eine längere Selbstständigkeit im Alter erreicht werden (1). Ziel ist es, Ältere in ihrem Alltag möglichst in Bewegung zu bringen. Sogenannte „Exergames“ – eine Verschmelzung von „exercise“ und „Videogame“ – können helfen, die körperliche Aktivität von Senioren zu erhöhen. Diese Spiele werden durch Körperbewegungen gesteuert. Das Training mit Exergames hat einen spielerischen Charakter, ist motivierend und kann eine höhere körperliche Aktivität bewirken (2). Exergames dienen als Assessment-Instrument und gleichzeitig als Intervention bei unterschiedlichen Zielgruppen in verschiedenen Settings. Trainiert wird beispielsweise in Reha-Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen oder zu Hause, was sich als durchführbar und sicher erweist (3). Kommerzielle Produkte wie etwa Wii Sports©, EyeToy©, Dance Dance Revolution© (DDR) und Kinect Sports© werden hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen genutzt, vermehrt aber auch in Trainingsstudien mit älteren Personen eingesetzt.