Mehr als 200.000 Patienten sind in Deutschland von der Diagnose Parkinson betroffen – Tendenz steigend. Die Hauptsymptome sind Bradykinese, Rigor, Tremor und eine posturale Instabilität. Neben der medikamentösen Behandlung spielt vor allem Aktivität eine bedeutende Rolle. Eine relativ neue Möglichkeit ist der Einsatz von Exergames in der Therapie.

Aktivierende Verfahren haben hohen Stellenwert

Zahlreiche Parkinson-typische Funktionsstörungen sind nicht Dopa-responsiv, sprechen also nicht auf L-Dopa an und können mit Medikamenten oder tiefer Hirnstimulation nur unzureichend oder gar nicht beeinflusst werden. Bewegungstherapeutische aktivierende Verfahren haben deshalb einen hohen Stellenwert für den Erhalt der Lebensqualität bei diesen Patienten. Sie gehören neben der individuellen medikamentösen Einstellung zum Standard einer modernen Parkinson-Behandlung. Trainiert werden Gang, Gleichgewicht, Kraft, Sprache, Schlucken und Kognition; dadurch wird der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst. Dies spiegelt sich auch in der aktuellen S3-Leitlinie Parkinson wider: Erstmals hat Physiotherapie mit Schwerpunkten wie Gangtraining, Gleichgewichtsübungen, Kraft- und Dehnungsübungen sowie Sturzprävention eine Empfehlung der höchsten Evidenzstufe erhalten (1). In Ergänzung zu klassischen Verfahren haben neben Klettern, Boxen, Tanzen oder Tai-Chi auch E-Health-basierte Übungen Einzug in die Therapie von Parkinson-Patienten gehalten. Dabei ist E-Health ein Oberbegriff für die Anwendung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Betreuung und Behandlung von Patienten.