Die (physiotherapeutische) Welt ist ständig dabei, sich zu entwickeln. Manche Veranstaltungen können eine allgemeine Stimmungslage aufzeigen: Was wird diskutiert? Was ist evident? Was wird gerade verworfen? Die ARTZT-Symposien zeichnen sich durch einen besonders offenen Umgang miteinander und mit bestimmten Themen aus. Etablierte Ideen treffen auf neue Konzepte. Ehemals alternative Theorien und Therapien stehen plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alles fließt.

Prolog

Zur vorgerückten Stunde am Abend vor dem Symposium halte ich Philipp Artzt, einem der Veranstalter, einen Vortrag darüber, dass es vor 20 Jahren unmöglich gewesen wäre, dass sich Rolfer und anerkannte Sportphysiotherapeuten bei einem Symposium auf Augenhöhe austauschen.

Am nächsten Tag, bei der Begrüßung der Teilnehmer, zitiert er mich. Auf diesem Weg eine Entschuldigung an Robert Schleip, „hippiesk“ war nicht despektierlich gemeint.

Was ich meine: Die Veranstaltung, die mit der Frage „Liegt die Zukunft in ganzheitlichen Therapie- und Trainingsansätzen?“ startet, hat eine ungewöhnliche Atmosphäre. Therapeuten aus ganz unterschiedlichen Richtungen treffen sich hier zum Austausch. Momentaufnahmen: Klaus Eder steht in der Bar, mitten im Pulk der fußballbegeisterten Therapeuten, und alle schauen HSV gegen Bayer Leverkusen. Es ist leicht, miteinander in Kontakt zu treten. Nach Mitternacht diskutiere ich lange mit einem Mediziner über die Vorbehalte, die gerne zwischen Ärzten und Physiotherapeuten herrschen. Wir sind uns erstaunlich einig darüber, dass man mehr miteinander reden sollte – und hier tun wir es auch.