Motorische Funktionsstörungen bei Säuglingen werden in der Physiotherapie oft nach einem traditionellen Ansatz behandelt. Eine Studie zeigt nun, dass ein neues Behandlungsprogramm mit Fokus auf einem Coaching der Eltern und auf die Herausforderung des Säuglings zur motorischen Eigenaktivität bessere Resultate bringt.

Säuglinge mit neuromotorischen Funktionsstörungen oder einem hohen Risiko für deren Entwicklung, zum Beispiel Frühgeborene oder Säuglinge mit frühen Hirnschädigungen, erhalten oft eine physiotherapeutische Frühbehandlung. Es gibt viele unterschiedliche Behandlungsansätze um diese Kinder und ihre Familien zu begleiten. Sie reichen von langjährig bekannten Konzepten wie der neuromotorischen Entwicklungsbehandlung nach Bobath (NDT) oder der Vojta Therapie bis zu neueren funktionsorientierten Ansätzen wie Goal, Activity, Motor Enrichment (GAME) (1), Baby-CIMT (2) oder COPing with and CAring for infants with special needs (COPCA) (3). Systematische Reviews (4, 5) zeigen, dass Frühinterventionsprogramme durch eine große Heterogenität charakterisiert sind. Daher ist es schwierig herauszufinden, welches die effektivsten Elemente solcher Programme sind.