Früher wurde die Faszie noch als passiver Bindegewebsschlauch als Hülle für die Muskeln bezeichnet. In jüngster Zeit versucht die aktuelle Forschung die Funktionsweise und das Potenzial der faszialen Strukturen zu durchleuchten. Und dabei steht die Wissenschaft dahinter noch ganz am Anfang. Doch Faszientraining boomt. Objektiv betrachtet sind aber all die neuen Trends unter diesem modernen Deckmantel keine Revolution.

Faszientraining ist in aller Munde

Es gibt unterschiedliche Methoden und Ansätze, die Faszie zu behandeln, welche von manuellen Techniken bis hin zum eigens konzipierten Faszientraining reichen (1). Dies stellt allerdings keine wirkliche Revolution dar, da eben genau dieser Gegenstand zum täglichen Inhalt von Therapeuten und Trainern gehört. Alles, was in vergangener Zeit vor allem im Leistungssport und in der Therapie als Standard galt, ist in der Fitnessbranche heute „ultramodern“ und wird mit dem Stempel „Faszien“ versehen. Plötzlich wird einem funktionellen Kraft- oder Beweglichkeitstraining eine positive Wirkung auf die Faszienbahnen unterstellt. Dabei fehlt es häufig an Studien. Überspitzt gefragt: Wieso braucht man denn überhaupt einen wissenschaftlichen Beweis, wenn es doch Faszien-Events gibt, auf dem „hochtrendige“ Presenter über solche Fachthemen sprechen?