Frau Stark ist schwach: Sie fühlt sich den ganzen Tag erschöpft und müde. Dabei ist sie doch froh, dass ihr Brustkrebs frühzeitig diagnostiziert und behandelt wurde. Seit der adjuvanten Therapie leidet sie unter der Fatigue. Ihre Klinik empfiehlt deswegen ein begleitendes Übungsprogramm zur Verringerung der Symptome. Frau Stark hofft, dadurch wieder ihre gewohnte Lebensqualität zu erreichen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen (1–3). Jährlich wird bei ihnen etwa 70.000-mal die Diagnose gestellt. Das Risiko für die Erkrankung steigt ab dem 40., vor allem aber ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Männer sind hingegen eher selten betroffen: Bei ihnen tritt die Erkrankung nur 600- bis 700-mal pro Jahr auf (3). Bei vielen Frauen kann heutzutage eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden. Im Anschluss erfolgt meist eine sogenannte adjuvante Therapie, um das Risiko für Rückfälle und Metastasen sowie die Sterblichkeitsrate zu mindern. Dies kann eine Strahlen-, Chemo-, Hormon- oder Immuntherapie sein (4–8). Eine häufige Begleiterscheinung der adjuvanten Therapie sind Müdigkeit und Erschöpfung, auch als Fatigue-Syndrom bekannt (8, 9). Diese Beschwerden treten in 60 bis 90 Prozent der Fälle auf und können über Jahre andauern. Meist klingt der Zustand aber nach etwa sechs Monaten wieder ab (10). Viele Frauen fühlen sich dadurch in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt (6, 7).