Forscher aus der Schweiz untersuchten, welche Patienten mit femoroazetabulärem Impingement (FAI) besonders gut auf ein Training ansprechen (Responder) und inwiefern diese sich in Bezug auf Funktionsfähigkeit, Kraft und morphologische Charakteristika von nicht erfolgreich behandelten Patienten (Non-Responder) unterscheiden. 31 Patienten im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mit diagnostiziertem FAI nahmen an einem zwölfwöchigen progressiven Trainingsprogramm teil. Zu den Ausschlusskriterien gehörten bereits erfolgte Hüftoperationen, sonstige OPs an der unteren Extremität in den vergangenen sechs Monaten, Hüftdysplasie, Hüftarthrose, Behandlung mit Opioiden oder Injektion von Kortikosteroiden in den letzten drei Monaten, ein Body-Mass-Index über 35 sowie kardiopulmonale Erkrankungen. Alle Patienten erhielten Beratung zu Aktivitäten und Modifikationen des Lebensstils. Orale Analgetika waren bei Bedarf erlaubt. Das zwölfwöchige Training beinhaltete vier Einheiten pro Woche (insgesamt 48 Termine). Zwei Termine in der Woche fanden unter physiotherapeutischer Supervision statt, die zwei restlichen Einheiten erfolgten zu Hause als Heimübungsprogramm. Das halbstandardisierte Trainingsprotokoll zielte auf die Verbesserung der dynamischen Hüftstabilität ab und bestand aus bilateralen hüftspezifischen Übungen und funktioneller Kräftigung der unteren Extremität. Hinzu kamen Übungen zur Verbesserung von Rumpfstabilität und Gleichgewicht. Das Programm war dabei in drei Phasen mit progressiver Steigerung der neuromuskulären Belastung gegliedert. Nach 18 Wochen klassifizierten die Forscher die Patienten anhand des Fragebogens Global Treatment Outcome for Hip Pain in Responder (Schmerz sehr viel besser oder besser) beziehungsweise Non-Responder (Schmerz wenig besser, unverändert oder schlechter). Darüber hinaus wurde die Hüftfunktion (Hip Outcome Score) bei den Aktivitäten des täglichen Lebens sowie bei sportlicher Betätigung zu Beginn sowie nach sechs, zwölf und 18 Wochen abgefragt. Mit Dynamometrie und Videoanalyse untersuchten die Forscher außerdem die Kraft der Hüftmuskulatur beziehungsweise die dynamische Beckenkontrolle, zum Beispiel während einbeiniger Kniebeugen. Die morphologischen Veränderungen an der Hüfte wurden mittels Bildgebung dargestellt. 52 Prozent der Patienten (n = 16) fielen in die Kategorie Responder, 48 Prozent (n = 15) sprachen nicht ausreichend auf die Therapie an (Non-Responder). Hinsichtlich Alltagsaktivitäten, Sport und Kraft der Abduktoren verbesserten sich nur die Responder. In dieser Gruppe war auch der Anteil der Patienten mit guter dynamischer Beckenkontrolle in der Frontalebene höher als in der Gruppe der Non-Responder. Die Häufigkeit von ausgeprägten morphologischen Veränderungen am Oberschenkelhals beziehungsweise -kopf (Cam-FAI) unterschied sich dabei deutlich: In der Gruppe der Responder waren sechs Prozent betroffen, in der Gruppe der Non-Responder waren es hingegen 40 Prozent. Circa die Hälfte der FAI-Patienten profitiert von einem Trainingsprogramm. Die Kraft der Hüftabduktoren sowie die dynamische Beckenkontrolle scheinen dabei für den Therapieerfolg eine Rolle zu spielen. Patienten mit starken morphologischen Veränderungen profitieren weniger.