Bei dem Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht“ geht es bekanntlich darum, dass jemand Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen ist und das bevorzugt, mit dem er vertraut ist. Dies trifft in der Physiotherapie häufig auch auf Fragebogen zu; der Umgang mit ihnen wurde oft nicht gelernt und ist eher ungewohnt. Zudem benötigen sie Zeit sowie grundlegende Kenntnisse zur Auswertung. Trotzdem lohnt es sich, sie in die Diagnostik zu integrieren, wie das Fallbeispiel einer CMD-Patientin mit Bruxismus, Schwindel und Zervikalsyndrom verdeutlicht.

CMD und Fragebogen

Eine umfassende CMD-Untersuchung ist zeitaufwändig. Trotzdem ist sie sehr sinnvoll, weil im Anschluss die Therapie gezielt und zeiteffektiv erfolgen kann. Sie kann sogar nachweislich Ängste von CMD-Patienten reduzieren, die vorher dachten, dass sie eine ernsthafte Erkrankung hätten und durch die konkreten Ergebnisse beruhigt sind (1). Dabei haben Fragebogen den Vorteil, dass sie vor oder nach der Therapie vom Patienten allein ausgefüllt werden können. Deren Auswertung ist oftmals einfach, sollte jedoch geübt sein (2). Als Messinstrument ermöglichen sie zudem die Therapieevaluation und die Objektivierung von Therapieerfolgen. Auch wenn die Patienten oftmals Fragebogen aufgeschlossen gegenüberstehen, gilt Folgendes zu beachten: Inhalt und Zielstellung sollten dem Patienten erklärt werden, das Ausfüllen der Fragebogen erfolgt außerhalb der Therapiezeit, Computerkenntnisse müssen bei Online-Fragebogen ausreichend vorhanden sein sowie Datenschutz und Datenverarbeitung gewährleistet sein beziehungsweise transparent kommuniziert werden (3).