[jr] Bei Frauen kann ein Herzinfarkt mit weniger eindeutigen Symptomen auftreten, die diese erst einmal nicht damit in Verbindung bringen. Das Broken-Heart-Syndrom, welches meist durch ein traumatisches und stark emotional belastendes Ereignis auftritt, kommt bei Frauen viel häufiger vor als bei Männern. Herzschwäche geht bei Frauen unter anderem auf eine schlechtere Füllbarkeit des Herzens zurück, weil das Frauenherz aufgrund seiner kleineren Größe steifer und weniger elastisch als das männliche Herz ist. Männerherzen sind dagegen häufiger von einer gestörten Pumpfunktion betroffen. Auch hinsichtlich Herzrhythmusstörungen gibt es einige Unterschiede bei den beiden Geschlechtern. Vorhofflimmern tritt häufiger bei Männern auf. Frauen jedoch erleben es als eine stärkere Beeinträchtigung ihres Alltags. Das Risiko, einen plötzlichen Herztod aufgrund von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen zu erleiden, ist bei Frauen deutlich geringer. Die Ursache für diesen Geschlechterunterschied ist nicht bekannt. Mediziner vermuten jedoch, dass dem plötzlichen Herztod fast immer eine Herzerkrankung zugrunde liegt, allen voran die koronare Herzkrankheit (KHK) als häufigste Ursache, an welcher Frauen seltener als Männer erkranken.

Quelle: HERZ heute – Zeitschrift der Deutschen Herzstiftung e. V., Ausg. 4/2020, Schlagen Frauenherzen anders? Deutsche Herzstiftung (Hg.) Frankfurt a. M.