Zum mittlerweile neunten Mal fliegt unsere Autorin nach Afrika, um dort als Physiotherapeutin für vier Wochen Freiwilligenarbeit zu leisten. Studenten, die gar nicht studieren, und alle Ghanaer in der Gegend erwarten „die Frau mit den weißen Wunderhänden“ bereits sehnsüchtig. 

Am 8. Februar sitze ich wieder im Flugzeug nach Ghana. Mein Ziel ist das „Training and Rehabilitation Center for the Disabled“ der Physically Challenged Action Foundation (PCAF) in der ehemaligen Distrikthauptstadt Offinso. Die Einrichtung liegt in der Ashanti-Region, die sich etwa im Zentrum des Landes befindet. Sie wurde 1988 als Nichtregierungsorganisation (NGO) von Barimah Antwi gegründet. Der Mann, der auch Mr. Ark genannt wird, verlor bei einem Autounfall seine rechte Hand und hat dadurch die Probleme von Menschen mit Behinderung in Ghana am eigenen Leib erfahren. Mit dem Zentrum verwirklichte er seine Vision einer Einrichtung, die Körperbehinderten die Möglichkeit eröffnen soll, ein menschenwürdiges Leben zu führen. In Ghana werden viele Menschen mit Behinderung als verflucht angesehen und deshalb von ihren Familien verstoßen oder versteckt. Oft bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu betteln.