Die Therapiezeit ist für viele Physiotherapeuten ein Dilemma: Entweder brechen sie eine umfassende Befunderhebung oder Therapie nach Ende der Regelbehandlungszeit ab, obwohl sie länger bräuchten; oder sie verlängern diese unentgeltlich und mindern damit ihr Einkommen. Beide Szenarien sind sehr frustrierend. Die Doppelbehandlung scheint die Lösung zu sein – allerdings ist sie umstritten.

Doppelbehandlungen: steigende Nachfrage

Die Website der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) führt unter dem Menüpunkt „Heilmittel“ eine Checkliste auf, die das korrekte Verordnen von Heilmitteln unterstützen soll (1). Doppelbehandlungen werden demnach im Heilmittelkatalog nicht erwähnt und sind deshalb auch nicht vorgesehen. Laut KVB werden sie jedoch zunehmend nachgefragt (1). Leider wird nicht genauer beschrieben, von wem: Sind es die Patienten, die länger behandelt werden wollen? Oder brauchen die Therapeuten eine doppelte Behandlungszeit? Weshalb geht die KVB eigentlich von einer „Nachfrage“ aus und nicht von der medizinischen Notwendigkeit, die im Ermessen der Vertragsärzte liegt? Denn diese können Doppelbehandlungen in seltenen medizinischen Fällen verordnen (1).