Die Systemtheorie ermöglicht das Erklären von komplexen bio-psycho-sozialen Zusammenhängen. Das ist schön. Doch wie kann der Therapeut damit beeinflussende Faktoren für eine Dysfunktion konkret ermitteln? Dafür gibt es im Rahmen des Clinical Reasonings einfache Möglichkeiten.

(Dys-)Funktion

Die Anwendung des bio-psycho-sozialen (BPS)-Modells und der Systemtheorie haben Konsequenzen für das Verständnis von Funktion und Dysfunktion in der Physiotherapie. Im Sinne der Bewegungs- und Funktionsdiagnose auf BPS-Ebene und gemäß ICF, welche für den physiotherapeutischen Behandlungsprozess maßgeblich sind, kann Physiotherapie als „Wissenschaft über die Lebenspanne“ verstanden werden (1). Sie sollte sich von mystischen und esoterischen Ideen distanzieren und kann so eine Ergänzung zu der medizinischen Diagnose sein, zum Beispiel im Falle unspezifischer Symptome. Als „investigative Physiotherapie“ hilft der Therapieprozess, im Falle des fehlenden Behandlungserfolges, dem Arzt unter Umständen differentialdiagnostisch weiter.