Laut Cochrane-Reviews sind Dehnung und passive Mobilisation bei Gelenkkontrakturen nicht wirksam. Das rüttelt an einem Paradigma der Manuellen Therapie. Basierend auf einer Literaturanalyse in PubMed und den Referenzlisten der gefundenen Artikel erklärt der folgende Beitrag die Entstehung von Gelenkkontrakturen und warum passive Mobilisationen nicht helfen.

Ein großes Problem

Veränderungen in den viskoelastischen Eigenschaften des periartikulären Bindegewebes führen zur Gelenkkontraktur (1-4). Sie sind vielleicht das häufigste Einzelproblem in der physikalischen Rehabilitation (5). Als „fracture disease“ erscheinen Gelenkkontrakturen nach Immobilisation (6, 7) oder Inaktivität beispielsweise beim älteren Menschen (8, 9). Sie treten auch in Folge von Erkrankungen wie der neuralen Hypertonie oder Duchenne-Muskeldystrophie (10), Schlaganfällen (4) und schmerzhafter Gonarthrose auf (11). Andere Erkrankungen bewirken direkt eine Verkürzung des Bindegewebes wie die Arthrofibrose (12), die Frozen Shoulder (13, 14) oder die Hämophilie (15). Auch Kinder sind betroffen, beispielsweise nach Frakturen (16) oder juveniler Arthritis (17).