Herr Müller ist 76 Jahre alt und lebt allein, seit seine Frau vor drei Jahren starb. Damals ging das Ehepaar noch regelmäßig tanzen oder wandern. Auch seine engsten Freunde leben nicht mehr oder sind körperlich beeinträchtigt. Er findet das sehr schade, weiß aber nicht, wie er seine Situation ändern kann. Ein evidenzbasiertes Präventionsprogramm schafft Abhilfe.

Bewegung gegen Demenz

Demenz ist zu einem globalen Gesundheitsproblem geworden und gehört zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter. Die Anzahl der Menschen mit Demenz liegt in Deutschland bei rund 1,7 Millionen (1); jährlich treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf (2). Weltweit werden bis 2050 circa 131,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein (3). Dies verursacht immense Kosten für das Gesundheitswesen und rückt die Wichtigkeit von Demenzprävention in den Fokus (4).

Die Risikofaktoren für demenzielle Erkrankungen lassen sich in zwei Gruppen unterscheiden: modifizierbare Faktoren, zum Beispiel Bewegungs-, Ernährungs- und Rauchverhalten, und nicht modifizierbare Faktoren, etwa genetische Dispositionen, Geschlecht oder Vorerkrankungen. Personen, die beispielsweise körperlich inaktiv sind, rauchen, sozial isoliert leben oder unter Bluthochdruck leiden, weisen ein erhöhtes Risiko auf, an Demenz zu erkranken (7–9). Durch die Zunahme an Älteren in der Gesellschaft (6) und die Tatsache, dass deren körperliche Aktivität mit zunehmendem Alter abnimmt (5), werden diese Menschen zu einer wichtigen Zielgruppe für Präventionsmaßnahmen.