[jr] Chronische Lebererkrankungen (CLD) treten bei Kaffeetrinkern seltener auf – unabhängig davon, ob der Kaffee Koffein enthält oder nicht. Dass CLD, einschließlich Leberzirrhose und -krebs, bei Kaffeetrinkern seltener auftreten, wurde bereits beschrieben. Unklar war bisher jedoch, ob Koffein oder andere Substanzen für diese protektive Wirkung verantwortlich sind. Eine britische Studie hat gezeigt, dass Koffein nicht die entscheidende Komponente ist und auch die Art der Kaffeezubereitung wohl keine bedeutende Rolle spielt. Für die Studie wurden die Daten einer britischen Biobank genutzt, wodurch knapp 385.000 Kaffeetrinker und rund 110.000 kaffeeabstinente Personen einbezogen werden konnten. Das Risiko einer CLD war bei den Kaffeetrinkern um 21 Prozent niedriger, das einer Steatose um 20 Prozent und das eines CLD-bedingten Todes sogar um 49 Prozent. Die Risikoreduktion korrelierte mit höherem Kaffeekonsum, wobei der maximale Effekt der protektiven Wirkung bei drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag erreicht war.  

Quelle: Kennedy OJ, et al. 2021. All coffee types decrease the risk of adverse clinical outcomes in chronic liver disease: a UK Biobank study. BMC Public Health 21: 970 [Online]