[jr] Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung, die das Zahnstützgerüst, auch Zahnhalteapparat genannt, angreift. Dazu gehören zum Beispiel Zahnfleisch und Zahnwurzel. Eine Folge ist die Lockerung der Zähne. Auslöser sind in erster Linie Bakterien, die in Ablagerungen an den Zähnen sitzen. Diese Entzündung im Mundinnenraum kann aber auch weitere Schäden, wie entzündliche Prozesse im Körper verursachen, wie Studien zeigen konnten. So könnte die Entzündung im Mund auch schließlich zu einer Entzündung des Nervensystems beitragen und beispielsweise im fortgeschrittenen Alter Demenzerkrankungen begünstigen oder eventuell sogar auslösen. Ein internationales Forscherteam untersuchte in ihrem systematischen Review einen möglichen Zusammenhang und kam zu dem Ergebnis, dass eine Assoziation zwischen Beeinträchtigung der Denkleistung und Entzündungen des Zahnhalteapparats besteht. Untersucht wurden mehrheitlich Erwachsene ab 50 Jahren. Nur eine Studie inkludierte Probanden ab 20 Jahren. Ob eine Parodontitis vorlag, wurde mit Tiefenmessungen (mm) und/oder durch Untersuchung des Zahnhalts ermittelt (drei Studien). Drei Untersuchungen nutzten stattdessen internationale klinische Kriterien zur Diagnosestellung (ICD-9-CM). Eine Untersuchung ermittelte dagegen Laborwerte wie etwa spezifische Antikörper. Neben den Mini-Mentalstatustests und weiteren Gedächtnistests wurden die Wechsler-Intelligenzskala für Erwachsene und ein Test eingesetzt, in dem Zahlen aktiv vertauscht werden müssen. Alle berücksichtigten Studien fanden einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Einbußen der kognitiven Leistung. Teilnehmer mit Parodontitis hatten demnach eine höhere Wahrscheinlichkeit, unter einem Abbau der Denkleistung zu leiden, als Teilnehmer, deren Mundraum keine solchen Entzündungsherde aufwies. 

Quelle: Nascimento PC, et al. 2019. Association between periodontitis and cognitive impairment in adults: a systematic review. Front. Neurol. 10 Volltext frei