Dieser Frage gingen niederländische Forscher in ihrer prospektiven, einfach verblindeten, multizentrischen Studie nach. Sie stellten die Hypothese auf, dass eine dreimonatige webbasierte Physiotherapieintervention Patienten mit Gon- und / oder Koxarthrose unterstützt, mehr Kontrolle über ihre Krankheit zu erlangen, und hilft, die Anzahl der herkömmlichen Therapieeinheiten zu reduzieren.

Die Wissenschaftler inkludierten aus 143 physiotherapeutischen Praxen insgesamt 208 Patienten im Alter zwischen 40 und 80 Jahren mit Gon- oder Koxarthrose und randomisierten sie in zwei Gruppen. Während die Kontrollgruppe (n = 99) in zwölf Behandlungseinheiten die übliche evidenzbasierte Therapie laut niederländischen Leitlinien erhielt, bekamen die Probanden der Experimentalgruppe (n = 109) neben durchschnittlich fünf Einheiten Physiotherapie im Einzelsetting noch online Informationen, zum Beispiel über Graded Activity und Übungstherapie. Die primären klinischen Zielgrößen nach drei und zwölf Monaten waren körperliche Aktivität und Funktionsfähigkeit; sekundäre Parameter waren Lebensqualität, Müdigkeit, Schmerzen, Selbstwirksamkeit und die Anzahl der benötigten Physiotherapieeinheiten. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich der primären Outcomes, beide Gruppen verbesserten sich in den Parametern Aktivität, Schmerz, Lebensqualität, Müdigkeit und Selbstwirksamkeit. Eine Limitation der Studie ist, dass bei der Nachuntersuchung nach zwölf Monaten nur noch die Daten von 65 Prozent der Probanden zur Verfügung standen. Die Autoren schließen mit dem Fazit, dass eine Mischung aus herkömmlicher und onlinebasierter Physiotherapie, wie hier in der Experimentalgruppe angewendet, keinen Vorteil gegenüber der herkömmlichen Therapie bei Gon- und Koxarthrose hatte.