Mediziner, Physio- und Ergotherapeuten, Pflege, Psychologen und Logopäden: Alle ziehen an einem Strang, zum Wohle des Patienten. So soll die praktische Arbeit im Idealfall ablaufen – doch das ist leichter gesagt als getan. Interprofessionelle Zusammenarbeit will gelehrt und gelernt werden. Die Autorinnen zeigen hemmende sowie fördernde Faktoren auf und erklären, worauf es ankommt.

Einleitung

Im Rahmen der interprofessionellen Kooperation im Gesundheitswesen werden die spezifischen Kompetenzen der Berufe für den Patienten nutzbar gemacht (1). Die Forderung nach einer sektorenübergreifenden und patientenorientierten Zusammenarbeit der Berufsgruppen im Gesundheitswesen ist nicht neu, wird jedoch in den letzten Jahren auch vonseiten der Politik und der Wissenschaft immer lauter (2–4). „Die interprofessionelle Zusammenarbeit allein wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht alle Probleme und Herausforderungen in der Patientenversorgung der Zukunft lösen können. Sie ist aber eine zwingende Voraussetzung, um heutigen Anforderungen genügen und den neuen Herausforderungen professionell begegnen zu können“ (5). Zu den häufig genannten Herausforderungen gehört nicht nur die Versorgung der durch den demografischen Wandel steigenden Anzahl von multimorbiden und chronisch kranken Menschen, sondern auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens und der Einsatz neuer Technologien zum Nutzen der Patienten. Es muss auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel zu einer Neuausrichtung arbeitsteiliger Versorgungsprozesse kommen, die sich an der Patientensicht und den Anforderungen im Alltag orientiert.