Bänderrisse, Prellungen, Zerrungen oder sogar ein Bruch – das sind typische Pathologien im Profisport. Eine ärztliche und physiotherapeutische Betreuung ist bei diesen Krankheitsbildern eine Selbstverständlichkeit. Bei Harninkontinenz sieht das anders aus: Obwohl bei jungen Athletinnen ein weitverbreitetes Krankheitsbild, ist eine professionelle Betreuung hier leider keine Routine. Vielen Betreuern und Athletinnen ist der Zusammenhang zwischen Profisport und Harninkontinenz nicht bewusst und Betroffene trauen sich aus Scham oft nicht, darüber zu sprechen – ein Teufelskreis mit weitreichenden Folgen.

Frau Volleyball Illustration 592269215kapona / shutterstock.com
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„Ich habe seit ungefähr zwei bis drei Jahren Probleme mit ungewolltem Urinverlust beim Volleyballspielen, vor allem bei Sprints und Blocksprüngen. In Gesprächen mit meinem Haus- und Frauenarzt wurde ich aufgeklärt, dass ich meine Blase mit zu häufigen Toilettengängen „verwöhnt“ hätte. Ich weiß, dass man dies bis zu einem gewissen Grad trainieren kann, jedoch ist das gar nicht so leicht und kann sehr peinlich enden. Es ist mir total unangenehm, darüber zu sprechen, und ich fühle mich wie ein kleines Kind. Die ständige Angst, ungewollt Urin zu verlieren, treibt einen in den Wahnsinn und schränkt extrem in der Lebensqualität ein.“ Hannah ist 19 Jahre alt, kinderlos, Leistungssportlerin und spielt seit über zehn Jahren Volleyball.