Mitten in der Diskussion um das geplante Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) erscheint der Heil- und Hilfsmittelreport der Barmer GEK – und äußert sich kritisch und warnend zu den geplanten Reformen und Modellvorhaben. Vom Format kommt der Report als eine Studie daher: Er wertet die Daten von mehr als acht Millionen Versicherten aus den Jahren 2013 bis 2015 aus. Das Besondere: Schon im Report selbst sowie in begleitenden Pressemitteilungen interpretieren Autoren und hohe Funktionäre der auftraggebenden Krankenkasse die Ergebnisse gesundheitspolitisch – und das weit über die üblichen, sehr vorsichtigen wissenschaftlichen Schlussfolgerungen hinaus.

Ein Kommentar von Frank Aschoff

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Gleich im ersten Satz des Vorwortes von Christoph Straub, Vorstandschef der Barmer GEK, steht das für ihn offenbar wichtigste Ergebnis: Die Ausgaben für Heilmittel sind in den vergangenen drei Jahren um fast 16 Prozent gestiegen (1). In der begleitenden Pressemeldung der Kasse sind es dann schon 15 Prozent binnen zweier Jahre (2). Ein Flüchtigkeitsfehler? Am Rande erwähnt sei hier: Heilmittel machten 2015 einen Anteil von 2,9 Prozent an den gesamten Ausgaben der gesetzlichen Krankenverversicherungen aus (3).