Es gibt keine Empfehlungen für rein passive Maßnahmen bei chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Trotzdem werden Patienten in den Praxen oft noch massiert und mobilisiert – entweder weil die Therapeuten nicht auf dem neuesten Stand des Wissens sind oder weil die Patienten eine inaktive Behandlung wünschen. Eine Schlüsselrolle bei der evidenzbasierten Versorgung spielt die Kommunikation.

Nutzen wir die richtigen „Werkzeuge“ in der Behandlung?

Trotz aller medizinischer Innovationen und physiotherapeutischer Bemühungen sind chronische lumbale Rückenschmerzen (chronic non-specific / unspecific low back pain − CNSLBP) nach wie vor weltweit ein großes gesundheitliches Problem (1). 85 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden mindestens einmal in ihrem Leben an lumbalen Rückenschmerzen (2, 3). Im Jahr 2017 waren 25 Prozent der Frauen und 17 Prozent der Männer von lang anhaltenden (chronischen) Schmerzen betroffen – viele von ihnen nahezu täglich. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit von Rückenschmerzen an (4). Dies macht sich auch an den Kosten bemerkbar: Das deutsche Gesundheitswesen gibt jedes Jahr 8,4 Milliarden Euro für die Diagnostik und Therapie von Rückenschmerzen aus. Diese Zahl wird vermutlich noch weiter steigen. Als Folge chronischer Rückenschmerzen nimmt dieses Phänomen Platz drei bei den Frühberentungen ein (4, 5). Wie kommt das? Haben wir die richtigen „Werkzeuge“, um Patienten mit lang anhaltenden Rückenschmerzen zu therapieren beziehungsweise zu „managen“? Ziel des Artikels ist es, unter anderem häufige Probleme im Management muskuloskelettaler Beschwerden darzustellen und mögliche Empfehlungen auszusprechen. Ein wichtiger Eckpfeiler scheint dabei die Kommunikation zu sein.