[jr] Ein internationales Forscherteam mit Wissenschaftlern vom Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg, vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn sowie aus Dublin und Montreal haben in einer neuen Studie die Frühphase von Alzheimer in Tierversuchen mit Ratten untersucht. Dabei war es möglich, eine Übererregbarkeit von neuronalen Netzwerken und Nervenzellen nachweisen, lange bevor die typischen Ablagerungen, in Form von Plaques, im Gehirn auftraten. Diese Eiweißablagerungen tragen maßgeblich dazu bei, dass Nervenzellen und ihre Verbindungen im Gehirn degenerieren. Die Patienten entwickeln eine Demenz. Üblicherweise kommt es bei dieser Erkrankung zu Dysfunktionen innerhalb der neuronalen Netzwerke. Gezeigt wurde dies bisher nur an Mausmodellen. Man nimmt jedoch an, dass dies auch beim Menschen der Fall ist. Der Nachweis in anderen Spezies, wie zum Beispiel der Ratte, die ebenfalls ein wichtiges Modelltier für Lern- und Gedächtnisforschung ist, lässt vermuten, dass es sich um ein Krankheitsphänomen handelt, das speziesübergreifend auftritt. In der Studie untersuchten die Forscher das Mikronetzwerk im Hippocampus transgener Ratten zu Beginn der Alzheimer-Erkrankung. Sie konnten feststellen, dass die Veränderungen nur in den erregenden Netzwerken auftraten, nehmen jedoch an, dass im weiteren Verlauf auch hemmende Schaltkreise betroffen sind. 

Sosulina L, et al. 2021. Hippocampal hyperactivity in a rat model of Alzheimer’s disease. Journal of Neurochemistry. PMID 33583024.