Neurologie

Nach einem Hirntrauma haben viele Betroffene auch Einschränkungen der Augenbewegungen (Okulomotorik). Japanische Forscher fassten nun den aktuellen Stand der Evidenz zurWirksamkeit von Okulomotorik-Training in einem systematischen Literaturreview zusammen. Sie schlossen Einzelfallstudien oder Studien mit unvollständig beschriebener Methodik aus. Nach einer Recherche in den bekannten elektronischen Datenbanken inkludierten sie neun Artikel. In sechs davon wurde ein computerbasiertes Reha-Programm verwendet, unter anderem mit Übungen für Augenfixations- und -folgebewegungen, schnelle Augenbewegungen (Sakkaden) oder Akkommodation (Augeneinstellung je nach Entfernung). Die Interventionen in den Studien dauerten zwischen drei und zehn Wochen und umfassten zwischen zwei und fünf Therapieeinheiten pro Woche. Bisher existieren nur wenige Studien zu diesem Thema, aber die okulomotorische Reha scheint bei Patienten nach Hirntrauma einen Effekt zu haben. Im Arbeitsalltag könnten Therapeuten die Okulomotorik auch ohne technische Hilfsmittel mit ihren Patienten trainieren.