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Dieser Frage gingen Forscher aus Norwegen im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit nach. Das American College of Sports Medicine (ACSM) veröffentlichte bereits 2011 Empfehlungen mit Dosierungsangaben für die optimale Belastung zur Verbesserung von kardiorespiratorischen, muskuloskelettalen und neuromotorischen Parametern bei gesunden Erwachsenen. Die Forscher suchten daher in wissenschaftlichen Datenbanken nach randomisierten kontrollierten Studien, die unterschiedliche Formen von Übungsprogrammen (Kräftigung, Dehnungen, Herz-Kreislauf-Training) bei Patienten mit symptomatischer Hüftarthrose, jedoch ohne Hüftoperationen untersucht hatten. Als Kontrollgruppe kam entweder keine Therapie oder jegliche andere Intervention ohne Übungs- oder Trainingskomponente infrage. Studien mit der Intervention Wassergymnastik wurden ausgeschlossen. Cut-off der Recherche war April 2016. Die Qualität der Studien wurde mit dem Cochrane Risk of Bias Tool bewertet. Insgesamt wurden zwölf Studien mit 1.202 Patienten eingeschlossen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 66 Jahren, der Frauenanteil betrug 63 Prozent. Die Interventionsdauer der Programme reichte von fünf bis zwölf Wochen und die Anzahl der professionell begleiteten Trainingseinheiten variierte von weniger als einmal pro Woche bis hin zu dreimal pro Woche. Es handelte sich immer um angeleitete Übungen, entweder isoliert oder in Kombination mit einem Heimübungsprogramm. Die Anzahl der angeleiteten Übungseinheiten lag zwischen sechs und 36 Terminen. Krafttraining war in allen zwölf Studien ein elementarer Bestandteil der Intervention – allerdings setzten nur vier Studien adäquate Tests zur Kraftmessung ein. In neun Studien gehörte ein Flexibilitätstraining zum Programm – hier nutzten aber nur drei Studien adäquate Messverfahren. Zwei Studien untersuchten ein Herz-Kreislauf-Training. In sieben Studien betrug die Compliance-Rate für die Einhaltung der ACSM-Empfehlungen mehr als 75 Prozent, in fünf Studien lag sie darunter. Die Analysen zeigen, dass angeleitete Übungsprogramme, die sich in hohem Ausmaß an die ACSM-Empfehlungen hielten, signifikant größere Verbesserungen in Bezug auf die Schmerzsymptomatik erreichten als Programme, die sich nicht daran orientierten.