Orthopädie

Australische Wissenschaftler erstellten einen systematischen Review der Literatur bis Mai 2019. Sie durchsuchten fünf elektronische Datenbanken und berücksichtigten auch die graue Literatur. Eingeschlossen wurden 14 Studien, davon sieben Pilotstudien. Die Studienteilnehmer waren durchschnittlich 27 bis 38 Jahre alt und hatten Hüftschmerzen. Patienten mit femoroazetabulärem Impingement wurden mit eingeschlossen, die Diagnosen Koxarthrose oder Hüftdysplasie hingegen führten zum Ausschluss. Die physiotherapeutischen Interventionen (manuelle Therapie, Dehnung, Kräftigung untere Extremität und Rumpf, Propriozeption, Edukation) mussten mit anderen Behandlungen verglichen worden sein (zum Beispiel Hüft-Arthroskopie), oder mit Schein- oder ausbleibender Behandlung. 

Die primären klinischen Zielgrößen waren Schmerzen und die Funktion. Das Verzerrungsrisiko in den Studien war unterschiedlich. Es gab keine groß angelegte, Plazebo-kontrollierte Studie über den Effekt von Physiotherapie. Die zusammengeführten Ergebnisse reichten von mittleren Effektstärken (0,67) für die Wirksamkeit von Physiotherapie nach ASK, verglichen mit keiner Behandlung nach ASK, bis geringen Effekten im Follow-up nach acht bis zwölf Monaten zugunsten von Hüft-ASK, verglichen mit physiotherapeutischen Interventionen. Die Autoren schließen mit dem Fazit, dass sich Physiotherapie wahrscheinlich positiv auf die Kraft und Funktion auswirkt, unklar ist der Effekt auf Schmerzen und Lebensqualität.

Quelle: Kemp JL, et al. 2020. Improving function in people with hip-related pain: a systematic review and meta-analysis of physiotherapist-led interventions for hip-related pain. Br. J. Sports Med. May 6. [Epub ahead of print] Volltext frei

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi32376673