Laut Bundesgesundheitsministerium sollen Kinder ab dem Grundschulalter eine tägliche Bewegungszeit von 90 Minuten und mehr in moderater bis hoher Intensität erreichen. Die Realität sieht jedoch oftmals anders aus: Durch die fortschreitende Digitalisierung und die sich ausdehnenden „Screenzeiten“ lässt sich ein zunehmender Verlust von Mobilität, Ausdauer und Kraft bei Kindern bereits im Alter von sechs bis elf Jahren beobachten – mit den entsprechenden Gesundheitsrisiken.

Angebotsvielfalt

Kinder in Deutschland haben zahlreiche Möglichkeiten, in Bewegung zu kommen. Neben diversen Vereinen gibt es in vielen öffentlichen Einrichtungen zusätzliche Angebote. Auch im privaten Sektor, wie zum Beispiel bei Tanz- und Kampfkunstschulen oder Fitnessstudios, werden mittlerweile Kurse eigens für Kinder konzipiert. Zudem stehen dem Nachwuchs vielfältige individuelle Bewegungsmöglichkeiten wie Fahrrad-, Scooter- und Skateboardfahren zur Verfügung. Fußballspielen auf diversen Bolzplätzen, Schwimmen und freistehende Tischtennisplatten ergänzen diese Angebote. Selbst in der Unterhaltungsindustrie legen Spieleentwickler nach und präsentieren entsprechende Software. Folglich können Kinder heutzutage sehr frühzeitig an komplexe Bewegungsabläufe herangeführt werden. Gleichzeitig berichten Mediziner und Pädagogen jedoch immer wieder von motorisch leistungsschwachen Kindern, die schon bei der Einschulung gesundheitlich auffällig sind. Oft sind diese Kinder nicht in der Lage, einfache Bewegungsabläufe wie Laufen, Springen, Werfen, Fangen oder Hüpfen auf einem Bein umzusetzen. Dazu kommt, dass es zunehmend schwieriger wird, Kinder für Sport zu begeistern, da die modernen technischen Möglichkeiten so vielfältig geworden sind.