Der monatliche Mindestlohn in Dänemark beträgt für Physiotherapeuten 3.660 Euro Brutto. Ja, Sie haben richtig gelesen! Und wir haben uns auch nicht vertippt. Auch wenn das Preisniveau in Dänemark generell hoch ist, stimmen diese Zahlen doch nachdenklich. Was läuft in unserem Nachbarland anders?

Es war erst kürzlich, als es einer Arbeitskollegin mitten in der stockenden, teilweise hitzigen Projektbesprechung entfuhr: „Jeg går helt agurk!“ Des Dänischen mittlerweile mächtig (so dachte ich zumindest), musste ich lachen: „Du gehst komplett Gurke?“ Während sich im englischsprachigen Raum die Menschen mit Bananen aufregen („go bananas“), sind es bei den Dänen also die Gurken. À propos aufregen: Erfährt man in Deutschland das Gehaltsniveau dänischer Physiotherapeutinnen, geht so manch einem im ersten Moment „der Hut hoch“. Jeder ausgebildeten Physiotherapeutin steht für ihre Arbeit ein monatlicher Mindestlohn zu. Momentan beläuft sich dieser auf 27.275 dänische Kronen, dies entspricht umgerechnet etwa 3.660 Euro (brutto). Der Durchschnittslohn einer Physiotherapeutin liegt momentan bei 33.506 dänischen Kronen inklusive Rentenbeitrag (circa 5.000 Euro). Bevor Sie jetzt komplett „Gurke gehen“: Das Preisniveau ist in Dänemark allgemein recht hoch. Das gilt insbesondere für alle schönen Dinge: Wohnung, Einrichtung, Käse, Schokolade, ein Gläschen Wein. Die dänische Mehrwertsteuer liegt bei 25 Prozent. Als Arbeitnehmerin muss man sich zudem um die Arbeitslosenversicherung selbst kümmern – diese ist freiwillig und wird nicht vom Arbeitgeber übernommen. Auch sind die steuerlichen Abgaben, von denen das Gesundsheitssystem finanziert wird, nicht zu verachten: Fast die Hälfte des Einkommens geht an den Staat. Die Abgaben hängen von der Höhe des Einkommens und dem Wohnort (Gemeinde) ab. Unsere oben genannte Physiotherapeutin aus Kopenhagen würde ein monatliches Nettoeinkommen von circa 2.415 Euro erhalten.