Über die Sicherheit und den Effekt von Physiotherapie auf die Funktionsfähigkeit bei Patienten mit idiopathischen inflammatorischen Myopathien (IIM) ist bisher wenig bekannt.

Ein Forscherteam aus Belgien hat nun einen systematischen Review zu dieser Thematik veröffentlicht. Hierzu durchsuchten sie bekannte wissenschaftliche Datenbanken auf relevante Studien, die zwischen Februar 2018 und Februar 2019 publiziert worden waren. Gescreent wurde auf Studien mit Patienten, die an einer diagnostizierten IIM litten. Zu den inkludierten Myopathien gehörten unter anderem Dermatomyositis, immunvermittelte nekrotisierende Myopathie und Polymyositis. Patienten konnten sich entweder in aktivem oder ruhendem Krankheitsstadium befinden. Die Interventionen reichten von Krafttraining bis hin zu Ausdauertraining und dauerten mindestens einen Monat. Um das Risiko einer Verschlechterung der Beschwerden durch Physiotherapie zu evaluieren, mussten spezifische Messverfahren zur Bestimmung der Krankheitsaktivität in den Studien eingesetzt worden sein, dazu zählten unter anderem C-reaktives Protein (CRP), Kreatinphosphokinase (CPK) und Aldolase sowie die von Patient und Arzt dokumentierte Krankheitsaktivität auf einer Visuellen Analogskala. Von insgesamt 1.349 identifizierten Studien wurden letztendlich fünf randomisierte kontrollierte Studien sowie sieben nicht randomisierte und nicht kontrollierte Studien berücksichtigt. Es wurden auch Studien zu interventionsabhängigen unerwünschten Ereignissen eingeschlossen. Durch die niedrige Patientenzahl und das Risiko von Verzerrungen war die methodische Qualität der ausgewählten Studien mittelmäßig. Funktionelle Ergebnismessungen umfassten unter anderem: Health Assessment Questionnaire Disability Index (HAQ-DI), Myositis Activities Profile (MAP), Modified Functional Assessment Screening Questionnaire (MFASQ) und Kendall-Manual-Muscle-Test (MMT). Die in den klinischen Studien untersuchten Zielgrößen wurden in sieben Gruppen eingeteilt: Aktivitäten des täglichen Lebens, Lebensqualität, Muskelfunktion, aerobe Kapazität, Krankheitsaktivität, Schmerz und Ermüdung.