Unsere Berufsverbände kritisieren die schwindenden Mitgliederzahlen und klagen über fehlenden Nachwuchs. Viele Therapeuten werfen den Verbänden vor, unnütz zu sein und nicht ausreichend für die Interessen ihrer Berufsgruppe einzutreten. Die Autorin wollte diesen Sachverhalt näher beleuchten und fragte sich: Warum engagieren sich junge Therapeuten in einem Verband? Und was können sie aus ihrer Sicht darüber berichten?

Mal etwas Positives

In meinem Artikel „Perspektivlosigkeit in der Physiotherapie?“ habe ich von der Abwanderung einiger junger Physiotherapeuten aus ihrem Beruf geschrieben (1). Und auch in einem Beitrag über eine Podiumsdiskussion konnte ich die leeren Reihen, in denen eigentlich debattierende Physiotherapeuten hätten sitzen sollen, nicht verschweigen (2). Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten. Denn ja, es gibt auch sie: junge Therapeuten, die sich mit ganzem Herzen für ihren Beruf engagieren, Dinge verändern wollen und dafür ihre Freizeit opfern. Ich wollte wissen, warum sie Mitglied in einem der Berufsverbände geworden sind, wo doch viele der Meinung sind, dass die Verbände nicht genug für sie tun würden. Dazu habe ich einen Fragebogen mit sieben offenen Fragen an acht junge Therapeuten (24 bis 30 Jahre) aus nahezu allen Verbänden verschickt. Ausgewertet wurden Fragebogen von sieben Physiotherapeut*innen und einer Ergotherapeutin. Vier der Befragten sind Mitglied bei Physio-Deutschland, zwei im Bund vereinter Therapeuten (BvT) und zwei im Verband Physikalische Therapie (VPT). Vom IFK wurden keine geeigneten Mitglieder im entsprechenden Alter gefunden; der VDB hat auf die Anfrage keine passenden Personen genannt.