Die Behandlung von Patienten mit infantiler Zerebralparese ist lebensbegleitend und die Rehabilitation nach Operationen meist langwierig. Oftmals behindern negative Erlebnisse und sehr kleinschrittige Lernerfolge ein positives und unterstützendes Feedback. Neue Technologie ergänzen die Therapie und ermöglichen den Kindern auch langfristig ein positives Erleben in Bezug auf Alltagsaktivitäten wie dem Gehen. 

Seit Dezember 2019 gibt es in der Klinik für Manuelle Therapie (KMT) in Hamm ein interdisziplinäres Projekt, welches Bereiche der Manuellen Medizin, Physiotherapie, Kinderorthopädie, Biomechanik verbindet. Das Team der KMT setzt bei Kindern mit infantiler Zerebralparese ein nervengesteuertes Exoskeletta für das Gehtraining ein. 

Die infantile Zerebralparese (ICP) beschreibt eine Gruppe von dauerhaften Störungen der Bewegungs- und Haltungsentwicklung, die eine Aktivitätseinschränkung verursachen und auf nicht progressive Störungen zurückzuführen sind, die im sich entwickelnden fötalen oder kindlichen Gehirn aufgetreten sind (1). Es gibt drei vorherrschende CP-Syndrome (spastisch, dyskinetisch und ataktisch) (2). Während der Schwerpunkt bei der CP auf motorischen Behinderungen liegt, gibt es signifikante Begleitstörungen der zerebralen Funktion. Einige Kinder haben Epilepsie und leiden unter einer Beeinträchtigung der Kognition oder des Seh- und Hörvermögens. Viele Patienten haben auch Störungen der gastrointestinalen Funktion und des Wachstums. Im Allgemeinen haben Kinder mit schwereren motorischen Behinderungen eher Komorbiditäten (3).